Anomalisa

Kinostart: 21.01.2016

OT: Anomalisa (USA 2015)
Länge: 91 Minuten
Genre: Drama / Animation
Regie: Charlie Kaufman, Duke Johnson
Drehbuch: Charlie Kaufman
Darsteller: Originalstimmen: David Thewlis, Jennifer Jason Leigh, Tom Noonan
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Der erfolgreiche Motivationstrainer und Bestsellerautor Michael Stone (David Thewlis) reist durch Amerika und begeistert mit seinen Vorträgen unzählige Menschen. Viele hoffnungslose Fälle hat er durch sein Buch erlöst, doch nun scheint er selbst in eine große Krise zu geraten. Während er anderen Menschen hilft, wird sein Leben immer leerer und bedeutungsloser. Müde vom vielen Reisen, gelangweilt von seinem Leben als Familienvater, kommen ihm alle Menschen gleich vor. Als plötzlich in einer weiteren einsamen Nacht die schöne und lebhafte Stimme einer Frau in sein Hotelzimmer dringt, schöpft er neue Hoffnung. Die unwiderstehliche Stimme gehört Lisa (Jennifer Jason Leigh), die in einem Call-Center arbeitet und extra für Michaels Vortrag von weit her angereist ist. Michael ist überzeugt: Mit Lisa kann er einen Neustart wagen…

Kritik

Die Filme von Charlie Kaufman waren schon immer etwas Besonderes. Ob BEING JOHN MALKOVICH oder VERGISS MEIN NICHT, in allen Filmen schwingt immer eine gewisse Melancholie mit. So auch in seinem neuesten Werk ANOMALISA.

Diese Mal hat sich Kaufmann der Stop-Motion-Technik zugewandt und ein wunderbar tiefsinniges Stück Film geschaffen.

In den meisten Stop-Motion-Filmen werden die Übergänge der beweglichen Figurenteile in der Nachbearbeitung meist digital übermalt. Kaufmann war der Meinung, dass die Figuren dann meist so glattgebügelt aussehen, dass mann den Film auch gleich im Computer entstehen lassen könnte. Also entschied er sich bewusst – und eben nicht aus Kostengründen – dafür, die Puppen auch wie Puppen aussehen zu lassen. Kaufmann fand zudem, dass Michael Stones existenzielle Zwickmühle auf diese Weise auch visuell eine perfekte Entsprechung fände.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Film mit gerade mal drei Sprechern auskommt. In der Originalversion spricht David Thewlis den Motivationstrainer Michael Stone und Jennifer Jason Leigh die Lisa. Alle anderen Figuren werden von Tom Noonan gesprochen. Das ist zu Beginn des Filmes zuerst einmal äußerst gewöhnungsbedürftig, doch schnell wird klar, was Kaufman damit bewirkt. Stones Leben ist so leer und bedeutungslos, dass alle anderen Menschen auf ihn gleich wirken. Nur Lisa hebt sich wohlwollend aus der Masse hervor.

Von allen seinen Filmen ist ANOMALISA sicherlich Kaufmans sentimentalster. Aber er ist auch sein menschlichster. Stones Suche nach Liebe in einer kalten und emotionslosen Welt ist von der ersten bis zur letzten Minute absolut hinreißend.

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Filmplakat

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