All Eyez On Me

Kinostart: 15.06.2017

OT: All Eyez On Me (USA 2017)
Länge: 140 Minuten
Genre: Biographie / Drama / Musikfilm
Regie: Benny Boom
Drehbuch: Jeremy Haft, Eddie Gonzalez, Steven Bagatourian
Darsteller: Demetrius Shipp Jr., Kat Graham, Lauren Cohan, Hill Harper, Danai Gurira

Aufgewachsen in den Straßen New Yorks und hineingeworfen in eine Welt aus Ungerechtigkeit und Willkür, beobachtet Tupac Shakur (Demetrius Shipp Jr.), wie seine Community an Drogen zerbricht und von einer brutalen Polizeimacht unterdrückt wird. Schon früh experimentiert er mit Rap, um seiner Realität als junger schwarzer Mann eine Stimme zu geben. 

Sein Erfolg und plötzliche Berühmtheit werden aber gleichzeitig auch sein Untergang sein: Immer wieder gerät er mit dem Gesetz in Konflikt. 1995 muss er erneut ins Gefängnis. Als er nach seiner Entlassung zu Death Row Records geht und das Doppelalbum „All Eyez On Me“ veröffentlicht, wird 2Pac zu einem der beliebtesten Rapper auf dem Planeten. Am 7. September 1996 wird er in Las Vegas auf offener Straße angeschossen. Sechs Tage später stirbt er mit nur 25 Jahren.

Kritik

Wenn uns ein Biopic wie ALL EYEZ ON ME 140 Minuten etwas über einen Künstler erzählt, wir aber im Anschluss doch so gut wie nichts über ihn wissen, dann läuft irgendetwas grundlegend falsch.

Die charismatische und eindringliche Stimme von 2Pac, alias Tupac Shakur, kennt vermutlich jeder, selbst wenn er sich dem Genre des Rap nicht unbedingt zugetan fühlt. Der mit gerade mal 25 Jahren erschossene Rapper hat mit seinen Songs einen bedeutenden Beitrag zur Musikgeschichte geleistet. Keine Frage also, dass sich irgendwann einmal ein Kinofilm mit seinem kurzen Leben beschäftigen würde. 

Der Film von Regisseur Benny Boom beginnt noch vor der Geburt mit seiner schwangeren Mutter. Wir erfahren viel über ihre Umstände, ihren Protest und vermutlich auch, warum 2Pac zu dem wurde, was er war. Dann jedoch macht der Film plötzlich einen riesigen Sprung und zeigt den fast erwachsenen Rapper. Kein Wort über seine Kindheit und Jugend. Da wirkt die immer mal wieder eingestreute Behauptung, er würde in seinen Songs von seinen Erlebnissen auf der Straße erzählen, beinahe wie Hohn, denn seine Beweggründe, die ihn zu seinen Songs geführt haben, bleiben vollkommen unerwähnt. Stattdessen setzt der Film auf die Geschichte seines Aufstiegs und Falls. Partys, Plattenlabel mit geldgierigen Produzenten und Verhaftungen – all das packt Boom in seinen Film, aber nicht ein einziges Mal ist 2Pac dabei zu sehen, wie er seine Rap-Kunst erschafft. Man könnte dabei sogar den Eindruck bekommen, er hätte seine Songs gar nicht selbst geschrieben. Das ist schade, denn so bleibt seine Figur in diesem Drama nur eine von vielen, die wir aus der Ferne beobachten. 

Aber auch die anderen Protagonisten kann man als Außenstehender mitunter nur schwer erkennen. Zum einen, weil deren Darsteller den Originalen nur bedingt ähnlich sehen, zum anderen, weil Figuren mitunter gar nicht erst eingeführt werden. Dann versucht man oft vergeblich, irgendeinen Namen aufzuschnappen, um die Person einordnen zu können. Ein Notorious B.I.G, den man nicht als solchen erkennt? Come on…!

Am Ende wird eingeblendet, wie viele Alben und Songs 2Pac veröffentlicht hat – einen Großteil davon posthum. Wäre man ein böser Mensch, dann würde man den Machern unterstellen, dass sie nun, nachdem es keine „neuen“ Songs mehr zum Veröffentlichen gibt, eine andere Geldquelle suchen…

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Filmplakat

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