Alexandre Ajas Maniac

Kinostart: 27.12.2012

OT: Maniac (Frankreich 2012)
Länge: 89 Minuten
Genre: Horror / Thriller
Regie: Franck Khalfoun
Drehbuch: Alexandre Aja, Gregory Levasseur
Darsteller: Elijah Wood, Nora Arnezeder, Liane Balaban, America Olivo, Sammi Rotibi, Genevieve Alexandra, Morgane Slemp, Sal Landi, Megan Duffy, Jan Broberg, Steffinnie Phrommany

Frank (Elijah Wood) lebt zurückgezogen und einsam in Downtown Los Angeles. Ganz allein betreibt er einen Laden, den er von seiner verstorbenen Mutter geerbt hat und in dem er Schaufensterpuppen restauriert. Nachts zieht er durch die Straßen und macht Jagd auf Frauen, die er tötet, skalpiert und entkleidet. Mit diesen Trophäen schmückt er zu Hause seine Puppen. Dadurch, glaubt er, haucht er ihnen Leben ein. Aufgewachsen mit einer promiskuitiven Mutter, die ihn immer vernachlässigt hat, hofft Frank, nun seine innere Leere füllen zu können. 

Eines Tages taucht die junge Künstlerin Anna (Nora Arnezeder) in seinem Laden auf. Fasziniert von den Schaufensterpuppen bittet sie, diese fotografieren zu dürfen, und kommt mit Frank ins Gespräch. Natürlich hat Anna keine Ahnung, mit wem sie da gerade Freundschaft schließt…

Kritik

Schon das Original von William Lustig aus dem Jahre 1980 war seinerzeit ein Skandal und steht bis heute auf dem deutschen Index. Grund genug für den Franzosen Alexandre Aja, bei den Horrorfans bekannt durch HIGH TENSION (2003), THE HILLS HAVE EYES (2006), MIRRORS (2008) und PIRANHA 3D (2010), sich dem Werk anzunehmen und ein Remake zu drehen. Allerdings beschränkt sich Aja auf das Drehbuch und überlasst die Regie Franck Khalfoun, der sich bereits für die Horrorschocker THE HILLS HAVE EYES (2006), P2 – PARKHAUS DES SCHRECKENS (2007) und WRONG TURN AT TAHOE (2009) verantwortlich zeigt.

Wenn sich also zwei Namen, die in der Horrorfilmgemeinde verehrt werden, um ein Remake kümmern, dann sollte doch auch etwas Vernünftiges herauskommen? Klingt logisch und ist zum Glück auch so. Gleich mit dem ersten Mord wird unmissverständlich klargestellt, wohin die Reise gehen wird. So „ästhetisch“, wie die blitzende Klinge in den Kopf des Opfers eindrängt, ist dem Zuschauer sofort klar, dass es hier im Wesentlichen um die Optik geht. Das ist auch gut so, schließlich könnte man den Inhalt auch auf einem Stück Papier unterbringen, dass sich größenmässig irgendwo zwischen einer Briefmarke und einem Dollarschein bewegt.

Erzählt wird die Geschichte komplett aus der Perspektive des Täters, wobei der Zuschauer durch des Augen sieht. Das bedeutet, dass Elijah Wood in der Hauptrolle zwar ständig präsent ist, aber für den Zuschauer nur sichtbar wird, wenn er sich in irgendwelchen Spiegeln betrachtet. Das wirkt gottseidank zu keinem Zeitpunkt seltsam, sind diese Szenen doch geschickt in die Handlung eingebettet. Nur ein einziges Mal verlässt Regisseur Franck Khalfoun diese Perspektive, wobei der Grund dafür sich dem Zuschauer nicht wirklich offenbart.

Elijah Wood zeigt mit ALEXANDRE AJAS MANIAC wieder einmal, dass er trotz seines Milchbubigesichts problemlos beinahe jede Rolle spielen kann. Im Vorfeld des Remakes gab es (wie auch schon vor der Herr der Ringe Trilogie) Befürchtungen, er sei der Falsche für die Rolle – schließlich wurde sie im Original von einem echten „Schrank“ interpretiert. Doch Wood verleiht dem Täter dadurch noch einen Hauch mehr Unberechenbarkeit, mehr Schrecken.

Nora Arnezeder als sein Objekt der Begierde ist zusätzlich eine Offenbarung, verleiht sie ihrer Figur doch eindeutig mehr „Leben“, als man es in einem Horrorfilm erwartet hätte. Alles in allem ist ALEXANDRE AJAS MANIAC ein gelungener Horrorthriller und zum Glück KEIN überflüssiges Remake.

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