Abschussfahrt

Kinostart: 21.05.2015

OT: Abschussfahrt (Deutschland 2015)
Länge: 92 Minuten
Genre: Komödie
Regie: Tim Trachte
Drehbuch: Tim Trachte
Darsteller:

Tilman Pörzgen, Chris Tall, Max von der Groeben, Florian Kroop, Lisa Volz, Leslie-Vanessa Lill, Theo Trebs, Jenny Elvers, Alexander Schubert

Klassenfahrt nach Prag! Geil! Für die nerdigen Außenseiter Paul, Berny und Max ist das die perfekte Chance, mal so richtig die Sau raus zu lassen. Doch tagsüber müssen die Gymnasiasten pädagogisch wertvolle Stadtführungen über sich ergehen lassen und abends dürfen sie nicht aus dem schäbigen Hotel. Und dummerweise hat Pauls heimliche Liebe, die schöne Juli, nur Augen für den coolen Jonas. Der setzt sich nachts mit ihr in den besten Club der Stadt ab, während Paul auf Julis autistischen Bruder Magnus aufpassen soll. Doch Berny hat vorgesorgt: In einer rostigen Stretch-Limousine stürzen sich die drei Loser mitsamt des seltsamen Magnus kopfüber ins Prager Nachtleben. Es beginnt ein irrer Trip durch Pornoschuppen, Drogenclubs und Notaufnahmen. Gejagt von Verbrechern, brutalen Touristen und Prager Frühlingsgefühlen, verlieren die Jungs ihre Sinne, ihre Unschuld und ein Körperteil…

Kritik

Teenie-Filme wie ABSCHUSSFAHRT gibt es bereits zuhauf und der Humor ist sicherlich nicht immer Jedermanns Sache. Wenn ich ehrlich bin, fühlte ich mich während der gut 90-minütigen Pressevorführung auch arg von dem auf der Leinwand dargeboten „Spaß“ genervt. Hätte ich meine Kritik sofort im Anschluss geschrieben, wäre daraus ein garantierter Verriss geworden. Dabei habe ich mich aber – wie ich mir in der Nachbetrachtung eingestehen muss – von meinem eigenen Humorverständnis blenden lassen.

Die Zielgruppe der jungen Heranwachsenden wird nämlich mit Sicherheit einen Heidenspaß mit den Gags haben und einen Liebesfilm kann ich ja auch nicht kritisieren, weil er vielleicht romantisch ist oder sich darin geküsst wird.

Handwerklich hat ABSCHUSSFAHRT dann auch wesentlich mehr zu bieten, als andere Vertreter des Genres. Die Chemie der Hauptcharaktere stimmt, so dass man ihnen als Zuschauer die Situationen durchaus abnimmt. Auch das Drehbuch weist so einige Kniffe auf und zeigt, dass sich die Autoren mit der Materie beschäftigt haben. Was anderweitig dem Humor geschuldet zu Anschlussfehlern führt, wird in ABSCHUSSFAHRT sorgsam vorbereitet. So ergeben im Nachgang sämtliche Handlungsstränge Sinn und nichts – wirklich nichts – passiert „einfach so“. Andere Filme greifen in solchen Fällen gerne zum Brachialhumor, um von Drehbuchschwächen abzulenken, doch das hat dieser Film zum Glück nicht nötig.

Sicherlich erfindet ABSCHUSSFAHRT das Genre nicht neu, er zeigt zukünftigen Filmemachern aber, wie man es zumindest auf Drehbuchseite richtig macht. Wer auf diesen „Teenie-Humor“ nicht steht, der wäre hier sicherlich im falschen Film, alle anderen aber erwartet ein solider Spaß ohne die sonst so gängige Oberflächlichkeit.

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Filmplakat

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