120 BPM

Kinostart: 30.11.2017

OT: 120 Battements par minute (Frankreich 2017)
Länge: 144 Minuten
Genre: Drama
Regie: Robin Campillo
Drehbuch: Robin Campillo
Darsteller: Nahuel Pérez Biscayart, Arnaud Valois, Adèle Haenel, Antoine Reinartz, Félix Maritaud, Ariel Borenstein, Aloïse Sauvage, Simon Bourgade, Médhi Touré, Simon Guélat, Coralie Russier, Catherine Vinatier, Théophile Ray, Jérôme Clément-Wilz, Jean-François Auguste, Saadia Bentaieb
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH
Mathias Wagner, Claudia-Janet Kaller gefällt dieser Artikel

Paris, Anfang der 90er Jahre. Seit fast zehn Jahren wütet Aids in Frankreich, doch noch immer wird über die Epidemie in weiten Teilen der Gesellschaft geschwiegen. Mitterrands Regierung kümmert sich nicht um sexuelle Aufklärung und die Pharma-Lobby verschleppt die Entwicklung neuer Medikamente. ACT UP, eine Aktivistengruppe von Betroffenen, will auf die Missstände aufmerksam machen. Sie schmeißt mit Kunstblut gefüllte Wasserbomben auf die Wände von Forschungseinrichtungen und kapert bewaffnet mit Informationsbroschüren die Klassenräume der Stadt. Wie weit die Aktionen gehen dürfen, wird bei den wöchentlichen Treffen kontrovers diskutiert. Als der 26-jährige Nathan, der selbst HIV-negativ ist, zu ACT UP stößt, zieht ihn die Entschlossenheit der Gemeinschaft sofort in ihren Bann Und er verliebt sich in Sean, den Mutigsten und Radikalsten der Gruppe. Zusammen kämpfen sie an vorderster Front, selbst dann noch, als bei Sean die Krankheit schon längst ausgebrochen ist…

Kritik

120 BPM thematisiert die Arbeit von ACT UP, einer international tätigen Aktivistengruppe, die sich für die Belange von HIV-Positiven und Aids-Kranken engagiert und setzt ihnen einen Denkmal.

Der Regisseur Robin Campillo, selbst Mitglied von ACT UP seit 1992 nimmt sich mit seinem Film extrem viel Zeit – ganze 144 Minuten, um genau zu sein. Das ist aber dann aber auch das große, wenn auch einzige Problem des Films. Denn eigentlich benötigt 120 BPM diese Länge nicht. Campillo findet für die Arbeit der Aktivisten genügend eindrucksvolle Bilder und widmet sich zudem dem Privatleben der Protagonisten sehr intensiv. Es ist natürlich ziemlich interessant zu sehen, wie sich die Aktivisten damals organisiert haben, aber dazu muss ich nicht gefühlt elendig lange Diskussionsrunden sehen und hören, auf denen alle durcheinander reden. So etwas kennt jeder, der einmal studiert und sich dort – oder auch an irgendeinem anderen Ort – eingebracht hat. Dadurch tritt 120 BPM immer mal wieder auf der Stelle und zieht sich in die Länge. Ein wenig mehr Straffung hätte dem Film durchaus gut getan.

Aber nichtsdestotrotz ist 120 BPM ein sehenswerter und starker Film, der ein Thema beleuchtet, das selbst in der heutigen Zeit immer noch viel zu kurz kommt. 

Bildergalerie

Trailer

Comments Closed

Kommentare sind geschlossen.

Filmplakat

Neustarts am 30.11.2017

Coco – Lebendiger als das Leben

Der Teenager Miguel Rivera hat sich selbst das Gitarre spielen beigebracht und eifert als Sänger seinem Idol Ernesto de la Cruz – dem größten Star, den Mexiko je hervorgebracht hat. Doch bei Miguel zu Hause ist Musik strengstens verboten, und das schon seit Generationen. Vor vielen Jahren steckten seine Ururgroßmutter und sein Ururgroßvater in einer Weiterlesen

Whatever Happens

Die Trennung ist beschlossen: Hannah (Sylvia Hoeks) und Julian (Fahri Yardim) treffen sich noch ein letztes Mal zur Wohnungsübergabe, die kurz und schmerzlos über die Bühne gehen soll. Das ist zumindest der Plan. Doch nichts verläuft wie gedacht: Die beiden sitzen ausgerechnet am Silvesterabend gemeinsam in ihrer ehemaligen Wohnung fest. Dabei müssten sie schon längst Weiterlesen

Flatliners

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Um diesem Mysterium auf den Grund zu gehen, starten fünf Medizinstudenten ein wagemutiges und überaus gefährliches Experiment. Indem sie ihren Herzschlag für kurze Zeit stoppen, lösen sie bei sich eine Nahtoderfahrung aus. Als die Kommilitonen sich mit ihren lebensbedrohlichen Trips ins Unbekannte gegenseitig überbieten möchten, sind die Fünf Weiterlesen

Der Mann aus dem Eis

Vor 5.300 Jahren in der Jungsteinzeit. Eine Großfamilie lebt friedlich an einem Bach in den Ötztaler Alpen. Ihrem Anführer Kelab (Jürgen Vogel) obliegt es, den heiligen Schrein zu verwahren. Während Kelab auf der Jagd ist, wird seine Siedlung überfallen und die gesamte Sippe ermordet, darunter auch Kelabs Frau und sein Sohn. Auch das Heiligtum der Weiterlesen